Was sind die Vor - und Nachteile von Stichschutzwesten?

Schutzwesten werden heute in vielen Bereichen verwendet, allerdings eine große Anzahl verschiedener Westen für unterschiedliche Anwendungsbereiche und die wenigsten Westen bieten Schutz gegen jede Form von Bedrohung.
Bevor Sie also eine Schutzweste kaufen, sollten Sie deshalb definieren, vor welchen Gefahren Sie sich schützen möchten.
Oftmals ist die Bedrohung durch Spitzen- und Klingenwaffen größer als die durch Projektilwaffen, insbesondere in Ländern wie Deutschland, in denen Schusswaffen anders als in den USA nicht ohne Weiteres erhältlich sind.

Berufsfelder, in denen Stichschutzwesten oft sinnvoller sind als beschusshemmende Westen sind beispielsweise der öffentliche Personennahverkehr, in dem die Gewalt von Fahrgästen gegenüber dem Personal stetig zunimmt.
Mitarbeiter sind hier auf passiven Schutz angewiesen, da Arbeitgeberbestimmungen das Führen von Selbstverteidiungswaffen wie Pfefferspray nicht gestatten. Aber auch im Sicherheitssektor und bei der Polizei finden stichhemmende und –sichere Westen in Situationen Anwendung, in denen nicht mit Beschuss gerechnet wird, es jedoch ein ernstzunehmendes Risiko einer Verletzung durch Stich- und/oder Klingenwaffen gibt. Eine Stichschutzweste schützt in diesen Situationen lebenswichtige Organe wie Herz, Leber, Wirbelsäule und Nieren vor lebensbedrohlichen Verletzungen. Allgemein gilt, dass je höher die Schutzwirkung der Weste, desto schwerer ist diese und desto mehr schränkt diese bei der Arbeit ein und kann über einen langen Tag eine Belastung für den Träger darstellen. So sind stichhemmende Westen meist verhältnismäßig leicht und können den ganzen Tag verdeckt unter der Kleidung getragen werden. Dadurch eignen sie sich insbesondere für Berufe wie Sicherheitskräfte in Diskotheken, da es hier jederzeit zu Übergriffe durch gewaltbereite Gäste kommen kann.

Einen noch stärkeren Schutz gegen Stich- und Klingenwaffen bieten sogenannte stichsichere oder Stichschutzwesten.
Diese verfügen über dickere Panzerungsschichten und –Panele und sind so meist in der Lage, das Eindringen von Klingen und Spitzen vollständig zu verhindern. Diese Westen haben den Nachteil schwerer zu sein und lassen sich nicht immer verdeckt tragen.
Sie werden hauptsächlich von Polizeieinheiten in der Verbrechensbekämpfung getragen.

Es ist wichtig zu beachten, dass stichhemmende und stichsichere Westen nicht standardmäßig Schutz gegen Projektile bieten.
Es gibt Westen, die beide Schutzwirkungen vereinen. Diese Westen, die mit der Schutzklasse SK 4 klassifiziert werden, sind nicht nur deutlich schwerer und schränken die Beweglichkeit stark ein, sie werden von vielen Händlern auch nur an Polizeieinheiten und Militär verkauft. Überlegen Sie sich vor Ihrem Kauf gut, welchen Gefahren Sie potentiell ausgesetzt sind und entscheiden Sie sich anschließend für eine Schutzweste. Dabei sind die richtige Größe und Passform genauso wichtig wie die korrekte Schutzklasse – eine schlecht sitzende Weste kann Sie in der Bewegung behindern und schützt nicht so effektiv wie eine passende.